Gesellschaft für Anthroposophischer Pharmazie in Deutschland e.V.

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Aktuelles

Anthroposophische Pharmazie in der Apotheke? Ja, klar!

Wir treffen uns einmal monatlich zum freien kollegialen Gespräch, zum Austausch oder einfach zum Inspirieren-lassen im GAPiD-Qualitäts-Verbund-Kreis (QV-Kreis).

Das nächste Treffen findet am 21.10.2026 von 19:30 bis 21:00 Uhr statt. 

Am 18.11.2026 von 19:30 bis 21:00 Uhr geht es mit einem Vortrag um das Thema Schlaf.

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Die weiteren Online-Termine (jeweils mittwochs, 19:30 bis 21:00 Uhr) finden Sie in unserer Veranstaltungsübersicht.

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Neuer Merkurstab 05/2026

Sie erfahren im Heft 5 Neues zu Fluor und Fluorid, Wesentliches zum Kohlenstoff und tauchen ein in die Morphologie der Wirbelsäule. Hinzu kommt ein Artikel über das Verhältnis der Anthroposophie zur Homosexualität. Freuen Sie sich auf einen Beitrag zum autonomen Nervensystem der Leber und dem Zusammenhang mit depressiven Erkrankungen. Pharmazeutisch interessant ist der historische Rückblick auf die sich wandelnde Beurteilung, wie therapeutisch relevant der Wirtsbaum bei Mistelpräparaten ist. Außerdem finden Sie praktische Ernährungstipps bei Rheuma.

Link auf das aktuelle Heft:

https://www.anthromedics.org/merkurstab_online/1/issue/95

Einzelheft- und Abobestellungen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder abo.merkurstab.de

Sonderkondition „Der Merkurstab“ zum Jubiläum

Die Redaktion des Merkurstabs bietet allen GAPiD-Mitgliedern im Jubiläumsjahr ein vergünstigtes Halbjahres-Abo für 75 Euro (statt 129 Euro) an.

Ein halbes Jahr lang das gesamte Angebot nutzen, neue Inspiration bekommen, Wissen vertiefen. Das Angebot gilt für das 2. Halbjahr 2026, also ab 01.07.2026. Bitte bei der Bestellung „GAPiD-Jubiläum“ angeben.

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Eine Kommentierung: Wegfall der Kostenerstattung der Misteltherapie durch die gesetzlichen Krankenversicherungen       

von GAPiD-Mitglied Dr. Reiner Scheer

 

Bis zum 30.7.2026 wurden die Kosten für eine Misteltherapie von den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) bei allen fortgeschrittenen Stadien einer Krebserkrankung, d.h. in der Palliativsituation, erstattet. Ebenso, wenn Nebenwirkungen einer Krebstherapie behandelt werden sollten, welche durch ein für die Erkrankung verordnungsfähiges Medikament entstanden. Beispiele für solche Nebenwirkungen sind Abgeschlagenheit (Fatigue-Syndrom), Leukopenie, Verdauungsstörungen z.B. im Rahmen einer Chemotherapie. Mit Inkrafttreten des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes am 30.7.2026 können anthroposophische Arzneimittel – und dazu zählen auch die Mistelpräparate – nicht mehr auf einem Kassenrezept verordnet werden. Die Erstattung von Mistelpräparaten auf Grund von freiwilligen Satzungsleistungen einzelner Krankenkassen ist weiterhin noch bis 31.12.2026 möglich, sofern die jeweilige Kasse ihre Satzung nicht schon vorher ändert.

Der Gesetzgebungsbegründung nach fehle es an wissenschaftlicher Evidenz für Homöopathie und Anthroposophischer Medizin, weshalb deren Erstattung gestrichen wurde. Diese Begründung ist falsch, denn sowohl für die Homöopathie (siehe unter Witt et al. 2005, Frass et al. 2015, Hamre et al. 2023) als auch für Arzneimittel der Anthroposophischen Medizin, insbesondere für die Mistel-Arzneimittel, wurde die Wirksamkeit nach heutigem wissenschaftlichen Standard und damit ihr medizinischer Nutzen belegt. So gibt es für die Misteltherapie neben zahlreichen klinischen Studien zwei Meta-Analysen jüngeren Datums (Loef & Wallach 2020, Loef et al. 2023), die die Verbesserung der Lebensqualität belegen.

In Deutschland sind Mistelpräparate hinsichtlich ihrer pharmazeutischen Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit behördlich geprüft und auf dieser Basis in der Tumortherapie mit entsprechender onkologischer Indikation zugelassen. Ihre Anwendung erfolgt meist integrativ und individuell im Rahmen eines onkologischen Therapiekonzepts, bestätigt durch vielfältige therapeutische Erfahrungen sowie zahlreiche präklinische und klinische Studien. Seit Mitte 2021 unterstützt eine S3-Leitlinie zur Komplementärmedizin in der Krebstherapie diesen integrativen Ansatz und bewertet Misteltherapie als Kann-Option, basierend auf dem höchsten Evidenz-Level 1a. Ein Übersichtsartikel aus dem Jahre 2024 vervollständigt das Bild der Anwendung der Mistel in der Tumortherapie (Scheer 2024).

Durch die o.g. pauschale und nicht belegte Disqualifizierung und die daraus folgende gesetzlich verordnete Streichung der GKV-Erstattung wird Patientinnen und Patienten der Zugang zu wirksamen, nebenwirkungsarmen und preisgünstigen Medikamenten der Homöopathie und Anthroposophischen Medizin erheblich erschwert. Außerdem gibt es statistisch sehr gut belegte Daten, dass die Komplementärmedizin keine Zusatzkosten verursacht, sondern im Gegenteil die Behandlungskosten für die Krankenkassen senkt bei längerem Leben der Patienten und höherer Lebensqualität (Kooreman & Baars 2012, Thronicke et al, 2020a, Thronicke et al 2020b, Schad et al. 2026). Die neue gesetzliche Regelung steht damit im Widerspruch zum Gebot der Wirtschaftlichkeit. Außerdem steht sie dem Wissenschaftspluralismus und der ärztlichen Therapiefreiheit entgegen, die in Deutschland im Grundgesetz, dem Sozialgesetzbuch und in der Arzneimittelgesetzgebung verankert sind.

Trotz der unbestrittenen Notwendigkeit von Sparmaßnahmen und strukturellen Veränderungen im Gesundheitswesen: Diese Gesetze schaden den Patientinnen und Patienten und letztlich auch den Krankenkassen.

Dr. Rainer Scheer, Apotheker, Carl Gustav Carus-Institut, Allmendstr. 55, 75223 Niefern-Öschelbronn. Tel. 07233 7043118, FAX 07233 7043110,
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.                                            10. September 2026

Literatur:

Frass M., Friehs H., Thallinger C. et al.: Influence of adjunctive classical homeopathy on global health status and subjective wellbeing in cancer patients - A pragmatic randomized controlled trial. Complement Ther Med 2015, 23(3): 309-17. https://doi.org/10.1016/j.ctim.2015.03.004

Hamre H.J., Glockmann A., von Ammon K. et al.: Efficacy of homoeopathic treatment: Systematic review of meta-analyses of randomised placebo-controlled homoeopathy trials for any indication. Syst Rev 2023, 12: 191. https://doi.org/10.1186/s13643-023-02313-2

Kooreman P., Baars E.W.: Patients whose GP knows complementary medicine tend to have lower costs and live longer. Eur J Health Econ 2012, 13: 769–776. https://doi.org/10.1007/s10198-011-0330-2

Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) und der Deutschen Krebshilfe., Hrsg. Im Internet https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/komplementaermedizin/ Zugriff: 25.8.2026

Loef M., Walach H.: Quality of life in cancer patients treated with mistletoe: a systematic review and meta-analysis. BMC Complement Med Ther 2020, 20: 227. https://doi.org/10.1186/s12906-020-03013-3

Loef M, Paepke D, Walach H.: Quality of Life in Breast Cancer Patients Treated With Mistletoe Extracts: A Systematic Review and Meta-Analysis. Integrative Cancer Therapies. 2023, 22: https://doi.org/10.1177/15347354231198074

Schad F. Thronicke A., Reinhold T. et al.: Cost-effectiveness of integrative oncology for sustainable and patient-centred cancer care: a systematic review in the context of the WHO global traditional medicine strategy 2025–2034. Front. Public Health 18 March 2026. Sec. Health Economics 2026, Volume 14. https://doi.org/10.3389/fpubh.2026.1773455

Scheer R.: Die Mistel in der Tumortherapie – eine Bestandsaufnahme. Zeitschrift für Phytotherapie 2024, 45: 267-274. https://DOI.org/10.1055/a-2346-8163   

Thronicke A., Reinhold T., von Trott P. et al.: Cost-effectiveness of real-world administration of concomitant Viscum album L. therapy for stage IV pancreatic cancer. Evid Based Complement Alternat Med. 2020a: 3543568. https://doi.org/10.1155/2020/3543568

Thronicke A., Reinhold T., von Trott P. et al.: Cost-effectiveness of real-world administration of chemotherapy and add-on Viscum album L. therapy compared to chemotherapy in the treatment of stage IV NSCLC patients. PLOS One 2020b: https://doi.org/10.1371/journal.pone.0236426

Witt C.M., Lüdtke R., Baur R., Willich St.N.: Homeopathic medical practice: Long-term results of a cohort study with 3981 patients. BMC Public Health 2005, 5: 115. https://doi.org/10.1186/1471-2458-5-115

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Jubiläumsfeier 25 Jahre GAPiD, 26. - 28. Juni 2026 in Dresden, Nationalpark Sächsische Schweiz und „Zum Steinernen Tisch“ – ein Bericht von Birgit Emde 

 

Am Freitag, den 26. Juni 2026, begann unser diesjähriges Treffen mit einem kulturellen Höhepunkt in Dresden. Bereits zur Mittagszeit versammelten wir uns in der Gemäldegalerie Alte Meister, wo uns der Waldorf-Kunstlehrer Herr Albert durch eine besondere Betrachtung der berühmten Sixtinischen Madonna von Raffael führte. Neben diesem weltbekannten Werk stellte er weitere Darstellungen des Maria-Kind-Motivs vor und machte die Kraft und Harmonie der Bildkomposition erlebbar. Auch Teilnehmende, die das Gemälde bereits seit vielen Jahren kannten, waren von den neuen Perspektiven und kunsthistorischen Hintergründen beeindruckt.

Im Anschluss trafen wir uns im Schlosscafé Anna zu einer erfrischenden Pause. Dort berichtete Dr. Magerstädt, Enkel des ersten anthroposophischen Arztes Dresdens, Kurt Magerstädt, über die Anfänge der anthroposophischen Medizin in Dresden. Seine lebendigen Schilderungen und persönlichen Familiengeschichten vermittelten spannende Einblicke in die Begegnungen seines Großvaters mit Rudolf Steiner und in die Entwicklung dieser medizinischen Richtung.

Den Abend verbrachten wir in der Waldgaststätte „Steinerner Tisch“. Nach der Vorstellung des Wochenendprogramms durch die Vorbereitungsgruppe wurden wir von unseren Gastgebern Franziska und Stefan herzlich willkommen geheißen. Bei einem köstlichen sächsischen Abendessen klang der erste Tag in geselliger Atmosphäre und mit vielen anregenden Gesprächen aus.

 

Der Samstag begrüßte uns mit hochsommerlichen Temperaturen. Bereits um 9:15 Uhr machten wir uns, gut ausgestattet mit Trinkflaschen und Sonnenschutz, gemeinsam auf den Weg zur Bastei. Unter der fachkundigen Begleitung von Ralf Baumgartner erschloss sich uns die beeindruckende Geologie des Elbsandsteingebirges.

Bei der anschließenden Exkursion durch die Gründe und Schluchten der Sächsischen Schweiz führten uns Ruth Mandera und Anke Grabow in die faszinierende Welt von Farnen, Flechten und Moosen. An den steilen Felswänden und schattigen Wegesrändern nahmen wir die besondere Vegetation mit allen Sinnen wahr: die Kühle der feuchten Luft, die Struktur der Moose und die Anpassungsfähigkeit der Farne. Die dabei gewonnenen Eindrücke wurden während eines gemeinsamen Picknicks in kleinen Gruppen ausgetauscht und vertieft.

Am Nachmittag erläuterte Ruth Mandera die theoretischen Zusammenhänge und zeigte, wie sich durch botanische, evolutionsbiologische und menschenkundliche Betrachtungen neueZugänge zu diesen Pflanzenwelten eröffnen. Ergänzend stellte Anke Grabow die pharmazeutischen Aspekte und Anwendungsmöglichkeiten entsprechender Heilmittel vor.

Einen besonderen Rückblick auf die Geschichte unseres Vereins gab Claudia Suhr. Mit zahlreichen Bildern erinnerte sie an die Gründungszeit vor 25 Jahren und ließ wichtige Stationen des Vereinslebens lebendig werden. Dieser Rückblick machte deutlich, wie viel Engagement, Gemeinschaft und Entwicklung die GAPiD in den vergangenen Jahren geprägt haben.

Den Abend ließen wir bei einem gemeinsamen Grillfest ausklingen. In einer abschließenden Gesprächsrunde wurde spürbar, wie wertvoll der Zusammenhalt innerhalb unserer Gemeinschaft ist und welche Bedeutung die GAPiD für viele von uns hat.

Am Sonntag traten die Teilnehmenden schließlich individuell die Heimreise an – bereichert durch vielfältige Begegnungen, neue Impulse und die gemeinsame Erfahrung eines gelungenen Wochenendes.

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Das GKV-Spargesetz gilt seit 30.07.2026

Das GKV-Spargesetz ist inzwischen im Bundesgesetzblatt verkündet. Damit ist nun auch eine wichtige Frage geklärt, die bislang offen war: Ab wann gelten die neuen Regelungen zur Erstattung von homöopathischen und anthroposophischen Behandlungen eigentlich?

Die kurze Antwort: Nicht alle Änderungen treten gleichzeitig in Kraft.

Informationen ab wann, welche Änderungen gelten siehe https://www.weils-hilft.de/

 


 

 


 

 

 

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